Klosterneuburg, Frumbsäule

Text: Simon Hadler

Auf dem Kardinal-Piffl-Platz in Klosterneuburg befindet sich ein Tabernakelpfeiler, der nach seinem Stifter, dem Stadtrichter Paul Sixt Frumb benannt ist. Er ließ sie – laut Inschrift im Jahr 1690 – zum Dank für die Errettung aus Türken- und Pestgefahr errichten.

» Standortwechsel und Renovierungen

Ursprünglich befand sich die Frumbsäule auf der anderen Seite des Platzes, an der Ecke Buchberggasse und Doktor-Holzknecht-Gasse. 1914 wurde sie jedoch im Zuge von Renovierungsarbeiten von dort entfernt und befand sich daraufhin einige Jahre in der Obhut der Firma Schwiefert. Erst 1923 erhielt die Säule ihren heutigen Platz. (Stadtarchiv Klosterneuburg) Weitere Renovierungsarbeiten wurden in den Jahren 1969, 1983 (Neugebauer 1989: 34) und 2009 (Stadt Klosterneuburg 3/2009: 10) durchgeführt.

» Beschreibung

Die Frumbsäule ist auf einer seit 1923 bestehenden Fundamentplatte errichtet, im selben Jahr entstand auch das sie umgebende Schmiedeeisengitter. Der untere Teil der Säule, das Postament aus Kalksandstein, trägt folgende Inschrift:

Meinen gott und
höchsten Herrn
hab ich P.S.F.
woln durch dis
Creutz verehrn.
Die Ehr gebiert
nur Ihm allein.
Hierdurch sol
Gott gepriesen sein.
A. 1690.

Darüber befindet sich, ebenfalls aus Kalksandstein, der Schaft, auf welchem schließlich der Tabernakelaufsatz mit einem abschließenden steinernen Kreuz sitzt. (Stadtarchiv Klosterneuburg) Auf den vier Seiten des Aufsatzes sind Reliefdarstellungen der hl. Maria, des hl. Leopold, des hl. Sebastian und der hl. Dreifaltigkeit in Form des Gnadenstuhls zu sehen.

» Geschichtlicher Hintergrund

Die Inschrift auf dem Tabernakelpfeiler erzählt zwar nicht ausdrücklich vom Anlass der Errichtung, die Jahreszahl 1690 macht die volkstümliche Überlieferung jedoch plausibel. Schließlich war Klosterneuburg im Jahr 1679 von der Pest und dann im Zuge der Zweiten Wiener Türkenbelagerung im Jahr 1683 auch von Angriffen osmanischer Truppen betroffen. Wie brisant die Situation für die Bevölkerung in beiden Fällen war, zeigt etwa, dass beide Male fast alle Chorherren des Stifts die Stadt verlassen hatten. 1683 konnte zwar die Obere Stadt und das Kloster verteidigt werden, die umliegenden Siedlungen erlitten jedoch großen Schaden.

» Literatur

Neugebauer, Johannes-Wolfgang (1989): Klosterneuburger Kulturwanderwege. Klosterneuburg.

Stadtarchiv Klosterneuburg: Ordner Wolfgang Huber

Stadt Klosterneuburg. Amtsblatt (3/2009): Aktivitäten des Verschönerungsvereines. 10. 16.11.2011.