Krakau, Gedenktafel für Jan III. Sobieski an der Marienkirche

Text: Anna Ziemlewska

Im Rahmen der Krakauer 200-Jahr-Feier des Entsatzes Wiens wurde eine Gedenktafel an der Außenwand der Marienkirche enthüllt. Das Flachrelief aus Bronze stammt von Pius Weloński (1849–1931), der architektonische Steinrahmen wurde von Karol Zaremba entworfen und von Edward Stehlik ausgeführt.

» Zur Erinnerung an ein feierlich inszeniertes Jubiläum

Im September 1883 feierte man in Krakau mit großem Aufwand das 200-Jahr-Jubiläum der Befreiung Wiens von der Belagerung durch osmanische Truppen. Am Nachmittag des 12. Septembers, dem Jahrestag der Schlacht, versammelten sich angeblich 20.000 Menschen am Krakauer Hauptmarkt (Rynek Główny) vor der Marienkirche, um an der feierlichen Enthüllung einer Gedenktafel teilzunehmen. (Czas 14.9.1883: 1)

Die Idee zur Stiftung der Tafel hatte der historistische Maler Jan Matejko , er empfahl auch deren Gestalter Pius Weloński, der sie in Rom gießen ließ. Ursprünglich war geplant, sie in den Rathausturm einzumauern, man entschied sich jedoch schlussendlich für die Westwand der Marienkirche. Das Relief zeigt den siegreichen König Jan III. Sobieski auf seinem Pferd, in den Händen Kreuz, Fahne und Säbel. Unter ihm liegt ein gefesselter, halbnackter Türke und im Hintergrund sieht man die Silhouette Wiens. Die Inschrift erinnert an die Jubiläumsfeierlichkeiten und lautet in deutscher Übersetzung:

Zum 200. Jahrestag des Entsatzes von Wien zu Ehren von König Jan III. Krakau 12. September MDCCCLXXXIII. (Rożek 1983: 48; Rożek 2008: 103f)

» Literatur

Czas (14.9.1883): Uroczystość dwuchsetletniej rocznicy zwycięstwa Jana III pod Wiedniem. Dnia 12 września. 1.

Rożek, Michał (1983): Tradycja wiedeńska w Krakowie. Kraków.

Rożek, Michał (2008): Zwycięstwo Jana III Sobieskiego pod Wiedniem. Echa wiktorii. Kraków.