Troststraße, Mosaik

Text: Marion Gollner

Das Keramikmosaik am Wohnhaus in der Troststraße 22 in Wien Favoriten stammt von Arnulf Neuwirth (geb. 1912 in Gablitz, N. Ö.), dem Mitbegründer und langjährigem Präsidenten der Künstlergruppe „Der Kreis“. Es wurde im Jahr 1954 an der Fassade angebracht und zeigt verschiedene Episoden aus der Geschichte Wiens. Auf einem Bild ist eine Szene aus der Zeit der zweiten Türkenbelagerung 1683 zu sehen.

» Die Türken vor Wien

Das farbenfrohe Mosaik schmückt die seitliche Fassade des Wohnhauses in der Troststraße 22 und erstreckt sich beinahe über die gesamte Höhe des Gebäudes.

Das Kunstwerk ist in sieben übereinander angeordnete Einzelmotive unterteilt, wobei das oberste Bild mit der Darstellung eines Mammuts in der Prähistorie beginnt und das letzte, das eine größere Fläche aufweist, in der Gegenwart endet. Das vierte Mosaik von oben ist der zweiten Türkenbelagerung im Jahr 1683 gewidmet.

Auf diesem Mosaik sind der Stephansdom sowie mehrere Häuser innerhalb der sternförmig angelegten Verteidigungsanlage der Stadt zu sehen. Darüber befinden sich ein Halbmond und eine Sternschnuppe. Die Donau ist im Hintergrund ebenso zu erkennen. Auf der rechten Seite des Bildes sind zwei Türken abgebildet, die aus erhöhter Position auf Wien hinunterblicken. Der eine kniet mit nacktem Oberkörper neben einer Kanone, der andere hält ein Krummschwert und das osmanische Würdezeichen, bestehend aus Rossschweif (Tūgh) und Halbmond, in Händen.

Bei dem Keramikmosaik in der Troststraße handelt es sich um das einzige Denkmal in Favoriten, das im öffentlichen Raum auf die Türkenzeit Bezug nimmt.

» Literatur

Csendes, Peter (1983): Erinnerungen an Wiens Türkenjahre. Wien/München.

Tomenendal, Kerstin (2000): Das türkische Gesicht Wiens. Auf den Spuren der Türken in Wien. Wien/Köln/Weimar.