Camesina, Albert von

Text: Johanna Witzeling

Der Wiener Grafiker und Altertumsforscher Albert von Camesina, am 13. Mai 1806 in Wien geboren, war Mitglied der k.k. Zentralkommission für Kunstdenkmäler und seit 1854 der erste ‚Conservator’ für Wien. Camesina begründete 1853 den ‚Alterthumsverein zu Wien’ und fungierte ab 1864 als dessen Ausschuss-Mitglied.

Er verfasste unter anderem das zunächst als Teil der Berichte und Mittheilungen des Alterthums-Vereines zu Wien (Band VIII 1865) erschienene zweibändige Geschichtswerk „Wien’s Bedrängniß im Jahre 1683“, in dem er die Zeit der Zweiten Türkenbelagerung in Wien auf der Basis umfassender Quellenstudien schilderte. Camesinas Werk stellte besonders in der wissenschaftlich-politischen Polemik zwischen dem Historiker und Publizisten Onno Klopp und dem Archivdirektor Karl Weiss einen zentralen Bezugspunkt der Argumentationen dar (siehe “Onno Klopp greift an”). Onno Klopp hatte sich nämlich in seiner Studie (1882) „Das Jahr 1683 und der folgende große Türkenkrieg bis zum Frieden von Carlowitz 1699“ stark auf Camesinas Arbeit gestützt. Auch spätere Historiker bezogen sich immer wieder auf sein Werk.

Zu Camesinas Freunden zählten neben Karl Weiss u.a. auch Hofrat Professor Rudolf Eitelberger, der Begründer und Leiter des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie (heute MAK). Camesina verstarb am 16. Juni 1881 im Alter von 75 Jahren in Wien. Zwischen 1886 und 1950 existierte in Wien eine Camesinagasse, 1973 wurde nach ihm der Camesinaweg in Wien-Meidling benannt.

» Literatur

Camesina, Albert (1865): Wien’s Bedrängniß im Jahre 1683. Berichte und Mittheilungen des Alterthums-Vereines zu Wien. Band 8, Wien.

Camesina, Albert (1868): Wien’s Bedrängniß im Jahre 1683. Band 1: Wien und seine Bewohner während der zweiten Türkenbelagerung 1683. Band 2: Begebenheiten ausserhalb Wien während der zweiten Türkenbelagerung 1683. Wien.

Klopp, Onno (1882): Das Jahr 1683 und der folgende große Türkenkrieg bis zum Frieden von Carlowitz 1699. Graz.

Albert von Camesina. In: Österreichisches Biographisches Lexikon (ÖBL) 1815–1950. Bd. 1 (Lfg. 2, o. J.), 134.

Wikipedia: Albert Camesina, 08.09.2009.