Krottenbachstraße, Marmorrelief

Text: Marion Gollner

In der Krottenbachstraße 106 (= Gustav-Pick-Gasse 2) in Döbling befindet sich eine freistehende Reliefwand, die den Namen „Befreiung von der Türkenbelagerung 1683“ trägt. Das aus Marmor gefertigte Relief stammt aus dem Jahr 1968 und wurde vom Künstler Eduard Robitschko gestaltet.

» Türken und Entsatzheer stehen einander gegenüber

Das Relief ist in drei Motive unterteilt: Soldaten des christlichen Entsatzheeres ziehen von links kommend in die Schlacht. Ihnen zugewandt, die türkischen Angreifer auf der rechten Seite. In der Mitte ist die türkische Zeltstadt mit Kanonen und aufgetürmten Kanonenkugeln zu sehen.

Die osmanischen Soldaten tragen Turban und Schnurrbart und sind unter anderem mit Lanze und Schild bewaffnet. Ihnen zu Füßen knien zwei Sklaven mit Gewehren. Der Rossschweif (Tūgh) mit Halbmond wird von den Türken ebenfalls mitgeführt. Die Soldaten des Entsatzheeres auf der gegenüberliegenden Seite sind mit Kanonen und Gewehren bewaffnet und halten die Fahnen hoch.

Am unteren Rand des Reliefs ist folgende Inschrift angebracht:

In den früheren Nachmittagsstunden des 12. September 1683 fanden in diesem Tale die letzten Kämpfe zur Befreiung Wiens statt.

Die Krottenbachstraße befindet sich in der Nähe der einstigen Türkenschanze und war, wie die Inschrift besagt, mit großer Wahrscheinlichkeit Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Osmanen und dem Entsatzheer.

» Literatur

Csendes, Peter (1983): Erinnerungen an Wiens Türkenjahr. Wien.

Europaikonografie in Wien: Entscheidung am Kahlenberg, 25.02.2010.

Kretschmer, Helmut (1982): 19. (Bezirk) Döbling. Wien/München.

Nierhaus, Irene (1993): Kunst-am-Bau – im Wiener kommunalen Wohnbau der fünfziger Jahre. Wien (Online-Version bei Google-Books).

Tomenendal, Kerstin (2000): Das türkische Gesicht Wiens. Auf den Spuren der Türken in Wien. Wien/Köln/Weimar.