Arneth, Alfred von

Text: Johann Heiss

Alfred von Arneth wurde am 10. Juli 1819 in Wien geboren. Sein Vater Joseph von Arneth war Numismatiker und Archäologe, seine Mutter Antonie („Toni“) Adamberger war von 1807–1817 Schauspielerin am Hofburgtheater. Sie gehörte zum Freundeskreis von Karoline Pichler (in deren literarischem Salon verkehrten u. a. Franz Grillparzer und Antonio Salieri; einer von Pichlers historischen Romanen handelte von den Ereignissen von 1683: „Die Belagerung Wiens“, erschienen 1824, ital. Übersetzung 1834).

Von seiner Ausbildung her war A. v. Arneth Historiker. Nach seinem Studium wurde er 1841 Mitarbeiter der Staatskanzlei, später des k.u.k. Haus-, Hof- und Staatsarchivs. Als dessen Direktor veranlasste er 1868 die Freigabe des Archivs für die Forschung. Schon früh ging er in die Politik: 1848/49 war er Abgeordneter zur Frankfurter Nationalversammlung, ab 1861 als liberaler Abgeordneter im Niederösterreichischen Landtag und ab 1869 im Herrenhaus des Reichsrats. Von 1879 bis zu seinem Tod am 30. Juli 1897 in Wien war er Präsident der Akademie der Wissenschaften.

Alfred von Arneth verfasste die Texte auf dem Liebenberg-Denkmal vor der Mölkerbastei. Auch die Auswahl der am Maria Theresien-Denkmal gezeigten Persönlichkeiten geht auf ihn zurück.

» Wichtigste Werke Arneths

Prinz Eugen von Savoyen: Nach den handschriftlichen Quellen der kaiserlichen Archive. Wien 1858.

Geschichte Maria Theresias. 10 Bde. Wien 1863–79.

Briefwechsel Maria Theresias mit Maria Antoinette, mit Josef II., Josefs II. mit Maria Antoinette und mit seinem Bruder Leopold, des Comte de Mercy-Argenteau mit Maria Theresia, Josef II. und mit Kaunitz; Josef II. und Katharina von Rußland. Wien 1869.

Aus meinem Leben. 2 Bde. 1893.

» Literatur

Allgemeine Deutsche Biographie: Arneth. Bd. 46: Nachträge bis 1899, Leipzig 1902, 45-51, 28.09.2009.

AEIOU: Adamberger, Antonie „Toni“, 28.09.2009.

AEIOU: Arneth, Alfred von, 28.09.2009.

Neue Deutsche Biographie Bd. 1, Berlin 1953, 364-365, 28.09.2009.

Alfred von Arneth. In: Österreichisches Biographisches Lexikon (ÖBL) 1815–1950. Bd. 1 (Lfg. 1, 1954), S. 29.

Wikipedia: Alfred von Arneth, 28.09.2009.